Donnerstag, 22.01.2026

Gedenktafel in Wiesbaden erinnert an den polnischen Autor Marek Hłasko

Empfohlen

redaktion
redaktionhttps://biebricher-tagesbote.de
Alles was heute wichtig ist

Am Haus Hauberrisserstraße 26 in Wiesbaden ist eine Gedenktafel für den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko angebracht worden. Die Initiative ging vom Verein Deutsch Polnischer Verein Wiesbaden aus und knüpft an das in Polen ausgerufene Jahr von Marek Hłasko 2024 an. Das Stadtarchiv hat die Platte erstellt und damit an Hłaskos literarisches Werk sowie an seine Verbindung zur Stadt erinnert.

Ort und Anlass der Anbringung

Die Tafel befindet sich an dem Haus, in dem Hłasko 1969 seinen Tod fand. Mit der Erinnerung wollen die Beteiligten sowohl sein Werk würdigen als auch auf die historische Präsenz des Autors in Wiesbaden hinweisen. Die Initiative des Vereins folgte der Entscheidung Polens, 2024 als Erinnerungsjahr für Hłasko zu begehen.

Leben und Werk

Marek Jakub Hłasko wurde am 14. Januar 1934 in Warschau geboren. Seine Jugend war von schwierigen Familienverhältnissen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt. 1949 begann er eine Ausbildung, die er jedoch abbrach. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er 1952 als Arbeiterkorrespondent bei der Tageszeitung Trybuna Ludu. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands, und 1954 erschien sein Debüt.

Hłasko wurde international bekannt unter anderem durch den Erzählband „Der erste Schritt in den Wolken“. Mehrere seiner Werke wurden verfilmt. Bei Dreharbeiten zu einem Film lernte er die deutsche Schauspielerin Sonja Ziemann kennen, die er später heiratete. 1958 wurde er mit dem Preis der Polnischen Verleger ausgezeichnet.

Exil und Tod

Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der polnischen Regierung und dem Sozialismus geriet Hłasko in Konflikt mit den Behörden. Nach längeren Auslandsaufenthalten wurde ihm die Wiedereinreise verweigert. Er lebte unter anderem in West Berlin, Israel, der Schweiz und den Vereinigten Staaten.

Für ein Filmprojekt reiste Hłasko 1969 nach Wiesbaden, wo er am 14. Juni 1969 im Haus Hauberrisserstraße 26 starb. Ein symbolisches Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Südfriedhof. 1975 wurden seine sterblichen Überreste nach Warschau überführt und dort beigesetzt.

Erinnerungskultur

Die neue Gedenktafel ist Teil regionaler Bemühungen, an Hłaskos literarisches Vermächtnis zu erinnern. Das Stadtarchiv übernahm die Erstellung der Platte. Beteiligte sehen in der Erinnerung sowohl eine lokale Geste als auch einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutsch polnischen Kulturgeschichte.

Quelle anzeigen

Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelles