Freitag, 30.01.2026

Zufriedenheit mit städtischem Busverkehr in Wiesbaden steigt deutlich

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Die Zufriedenheit mit dem kommunalen Nahverkehr in Wiesbaden hat sich nach einer Untersuchung der Hochschule RheinMain verbessert. In der jüngsten Erhebung für 2025 erhielt ESWE Verkehr die Gesamtnote 2,69 und damit ein besseres Ergebnis als im Vorjahr. Zeitgleich sind die Fahrgastzahlen im Linienverkehr in den vergangenen Jahren auf knapp 59 Millionen gestiegen.

Untersuchung und Methode

Die repräsentative Befragung wurde unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich WBS durchgeführt. Im Jahr 2024 befragte ein studentisches Team viermal Passanten an zehn Standorten im gesamten Stadtgebiet. Insgesamt wurden 1.512 Interviews geführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reichten von regelmäßigen Fahrgästen über Gelegenheitsnutzer bis zu Personen, die überwiegend mit dem Pkw unterwegs sind.

Die Befragten bewerteten verschiedene Merkmale des Angebots mit Schulnoten von eins bis sechs. Erhoben wurden unter anderem Freundlichkeit des Fahrpersonals, Taktung, Pünktlichkeit, Informationsangebote bei Verspätungen sowie Aspekte wie Erreichbarkeit der Ziele und Fahrzeit.

Ergebnisse und Schwerpunkte

Nach Angaben der Studie verbesserten sich 15 der 16 abgefragten Merkmale gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig war eine bessere Bewertung der Umweltleistung, von Kontrollen, der Informationen über Verspätungen und der Atmosphäre in den Bussen. Auch Erreichbarkeit der Ziele sowie Fahrzeit, Dauer und Schnelligkeit wurden positiver beurteilt.

Die Pkw-Nutzung schnitt im Vergleich schlechter ab. Für Autofahren vergaben die Befragten 2025 im Mittel die Note 3,31, damit mehr als eine halbe Note schlechter als für ESWE Verkehr.

Dennoch bestehen weiterhin Verbesserungsbedarfe, vor allem bei der Pünktlichkeit und der Atmosphäre in den Fahrzeugen. Die Untersuchung liefert laut den Verantwortlichen konkrete Ansatzpunkte für weitere Maßnahmen.

Reaktionen von ESWE Verkehr und Hochschule

Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, wertete die Ergebnisse als Bestätigung der jüngsten Maßnahmen: Sie sagte, die kontinuierlichen Angebots- und Serviceverbesserungen hätten Vertrauen geschaffen und würden von den Fahrgästen wahrgenommen. Gleichzeitig betonte sie die Objektivität der Messung und verwies auf noch bestehende Handlungsfelder.

Prof. Dr. Bernhard Heidel hob hervor, dass der Vergleich von Bus und Pkw eine zentrale Erkenntnis der Studie sei. Die Befragten würden wahrnehmen, dass sich vieles bei ESWE Verkehr verbessert habe. Dies zeige sich sowohl in offenen als auch in geschlossenen Fragen der Befragung.

Andreas Kowol, Aufsichtsratsvorsitzender von ESWE Verkehr, bezeichnete die Ergebnisse als Bestärkung der bisherigen Strategie. Er verwies auf eine geplante Liniennetzreform, die durch direktere Verbindungen und zusätzliche Erschließungen das Busfahren in Wiesbaden effizienter und attraktiver machen soll. Kowol stellte zudem den Vergleich mit dem Schienenverkehr her und kritisierte die dort häufige Unterfinanzierung, die zu Ausfällen führen könne.

Ausblick

Die Studienreihe begleitet ESWE Verkehr seit 2006. Die Befragung liefert dem Unternehmen nach eigenen Angaben laufend Hinweise für Verbesserungen im Betrieb. Die nächste Erhebungswelle wurde bereits gestartet, um aktuelle Entwicklungen zeitnah zu erfassen.

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